In Deutschland fallen laut Wupperverband (2024) im Jahresmittel etwa 700 mm Niederschlag. Statista (2025) nennt für das Bundesmittel 655 l/m². Die beiden Werte liegen im selben Größenbereich, unterscheiden sich aber um rund 45 Einheiten. In niederschlagsreicheren Regionen sind es bis zu 1400 mm pro Jahr. Die Jahresrekorde reichen von 242 mm (1911) bis 3503 mm (1970).

Wie viel regnet es in Deutschland pro Jahr?

Der Durchschnittswert ist die Referenz für jeden Ortsvergleich, bildet aber nur die Mitte einer breiten Verteilung ab. Für die Einordnung eines Ortes braucht es drei Größen: das Bundesmittel als Ausgangswert, die regionale Spanne und die Jahresrekorde als Grenzwerte.

KennzahlWertQuelle
Bundesmittel Niederschlagetwa 700 mm pro JahrWupperverband (2024)
Bundesmittel laut Statista655 l/m²Statista (2025)
Maximum in niederschlagsreicheren Regionenbis etwa 1400 mm pro JahrWupperverband (2024)
Höchster Jahreswert3503 mm (1970, Balderschwang)Wupperverband (2024)
Niedrigster Jahreswert242 mm (1911, Straußfurt, Thüringen)Wupperverband (2024)

Zwei Bundesmittel aus zwei Quellen

Wupperverband gibt etwa 700 mm an, Statista 655 l/m². Die Differenz von rund 45 Einheiten ist für die Praxis relevant, wenn ein Ort gegen den Bundesdurchschnitt verglichen wird. Die Quellen begründen die Abweichung nicht, deshalb sollte bei Vergleichen immer die Quelle des jeweiligen Wertes angegeben werden.

Regionale Spanne

Das Bundesmittel verdeckt große Unterschiede. Laut Wupperverband (2024) erreichen niederschlagsreichere Regionen bis zu 1400 mm pro Jahr, also rund das Doppelte des Mittelwerts von etwa 700 mm. Auf Bundeslandebene nennt Statista (2025) Baden-Württemberg als zuletzt niederschlagsreichstes Bundesland mit 860 l/m². Ein Ort lässt sich deshalb zuerst mit dem Bundesmittel und danach mit dem Wert seiner Region oder seines Bundeslandes vergleichen.

Jahresrekorde als Grenzwerte

Der höchste gemessene Jahresrekord liegt bei 3503 mm und stammt aus dem Jahr 1970 aus Balderschwang. Der niedrigste Jahreswert beträgt 242 mm aus dem Jahr 1911 in Straußfurt, Thüringen. Beide Werte liegen weit außerhalb des Bundesmittels. Sie zeigen, dass ein einzelnes Jahr deutlich vom Durchschnitt abweichen kann. Die Schwankungsbreite ist deshalb bei jeder Jahresangabe mitzudenken, besonders wenn ein Ort nur über wenige Messjahre verglichen wird.

Wie viel regnet es in Deutschland pro Jahr?

Regenreichste Städte laut Statista (ohne Einzelwerte)

Laut Statista (2025) zählen Kempten, Konstanz und Saarbrücken zu den niederschlagsreichsten Städten Deutschlands. Die Quelle nennt diese drei Städte als Spitzengruppe, liefert aber keine Einzelwerte in Litern pro Quadratmeter. Die Rangliste sagt also, welche Städte vorne liegen, nicht wie groß der Abstand zwischen ihnen ist.

Als Bezugspunkt dient das bundesweite Mittel von etwa 655 l/m² pro Jahr, ebenfalls laut Statista. Die Spitzengruppe wird demnach über den Vergleich mit diesem Durchschnitt eingeordnet. Ein fester Grenzwert für die Einstufung wird nicht genannt.

Eine zweite Angabe erschwert den direkten Vergleich. Der Wupperverband (2024) gibt für Deutschland einen Durchschnitt von etwa 700 mm Niederschlag pro Jahr an. Die Abweichung zum Statista-Mittel von 655 l/m² wird in den vorliegenden Daten nicht erklärt. Für die Städterangliste ist deshalb der Statista-Wert die passende Vergleichsbasis. Die Wupperverband-Zahl dient nur als Gegenüberstellung.

So lässt sich die Rangliste sinnvoll lesen:

  • Bezugswert: Eine Stadt liegt über dem Bundesmittel, wenn ihr Jahreswert über 655 l/m² liegt.
  • Einzelwerte: Für Abstände zwischen Kempten, Konstanz und Saarbrücken fehlen in der Fiche die Zahlen. Sie müssen bei der Originalquelle nachgeschlagen werden.

Trockenste Regionen Deutschlands

Als Bezugswert gilt der deutsche Durchschnitt von etwa 700 mm Niederschlag pro Jahr. Regionen mit Jahressummen darunter liegen im Binnenland im trockenen Bereich. Die Spanne reicht bis zu niederschlagsreicheren Gebieten mit bis zu 1400 mm pro Jahr.

Magdeburger Börde und Mitteldeutsches Trockengebiet

Die Magdeburger Börde gehört zu den trockensten Landschaften des Binnenlands. Sie liegt im Lee der Mittelgebirge und in einem flachen, offenen Gelände, in dem Niederschläge wenig gebremst werden. Das Mitteldeutsche Trockengebiet umfasst mehrere Teile Mitteldeutschlands mit ähnlich niedrigen Jahressummen. Konkrete Jahressummen für diese Räume nennen die vorliegenden Quellen nicht. Als einziger belegter Trockenwert gilt Atzendorf bei Magdeburg mit rund 400 mm (Wupperverband, 2024).

Regenschatten östlich des Harzes

Der Regenschatten entsteht, wenn feuchte Luftmassen aus westlicher Richtung am Gebirge aufsteigen, abkühlen und ihren Niederschlag vorwiegend auf der Luvseite abgeben. Auf der Leeseite östlich des Harzes sinkt die Luft wieder ab, erwärmt sich und bringt weniger Regen. Dadurch bleiben die Jahressummen in diesem Streifen unter dem Bundesmittel von 700 mm.

Vergleich mit feuchten Regionen

Zum Einordnen eignen sich zwei Referenzwerte:

ReferenzJahresniederschlag
Bundesdurchschnittetwa 700 mm
Niederschlagsreiche Regionenbis etwa 1400 mm

Trockene Binnenregionen liegen damit unterhalb des Bundesdurchschnitts. Einzelne Alpenrandlagen wie Balderschwang (rund 2450 mm) liegen weit über den bis zu 1400 mm der niederschlagsreicheren Regionen.

Warum regnet es im Süden und an den Alpen mehr?

Der wichtigste Grund für höhere Niederschläge im Süden ist das Gelände. Feuchte Luft, die häufig aus westlichen Richtungen heranströmt, trifft auf die Alpen und muss aufsteigen. Beim Aufsteigen kühlt sie ab, der Wasserdampf kondensiert zu Wolken und fällt als Regen oder Schnee aus. Dieser Vorgang heißt Staueffekt: Das Gebirge wirkt wie eine Barriere, an der sich die Luftmasse ausregnet. Auf der windzugewandten Seite des Gebirges fällt dadurch deutlich mehr Niederschlag, weshalb er zum Alpenrand hin zunimmt. Auf der Rückseite ist die Luft danach trockener.

Die höchsten Werte in Deutschland werden im Allgäu gemessen. Der nasseste Ort ist Balderschwang mit rund 2450 mm Niederschlag pro Jahr (Wupperverband, 2024). Dass der Rekordwert am Alpenrand liegt, passt zum Staueffekt, auch wenn die Fiche keine Details zur genauen Hanglage nennt.

Auf Bundeslandebene liegt Baden-Württemberg vorn. Laut Statista (2025) war es zuletzt das niederschlagsreichste Bundesland mit 860 l/m².

BezugNiederschlagQuelle
Balderschwang (Allgäu), nassester Ort Deutschlandsrund 2450 mm pro JahrWupperverband, 2024
Baden-Württemberg, niederschlagsreichstes Bundesland860 l/m²Statista, 2025

Warum regnet es im Süden und an den Alpen mehr?

Welche Stadt ist die trockenste?

Der trockenste Messort Deutschlands ist laut Wupperverband (2024) Atzendorf bei Magdeburg mit rund 400 mm Niederschlag pro Jahr. Die Quelle nennt Atzendorf als Ortsangabe des Messwerts. Der deutsche Durchschnitt liegt bei etwa 700 mm pro Jahr, Atzendorf erreicht also rund 300 mm weniger, etwa 57 Prozent des Mittelwerts.

Einordnung der Werte

MesswertNiederschlag pro JahrQuelle
Trockenster Messort: Atzendorf bei Magdeburgrund 400 mmWupperverband, 2024
Deutscher Durchschnittetwa 700 mmWupperverband, 2024
Bundesmittel (in l/m²)etwa 655 l/m²Statista, 2025
Niederschlagsreichere Regionenbis 1400 mmWupperverband, 2024
Nassester Ort: Balderschwang im Allgäurund 2450 mmWupperverband, 2024

Die Tabelle zeigt, dass Atzendorf am unteren Ende der Spannweite liegt, die Balderschwang oben abschließt.

Warum das Ranking vom Messort abhängt

Ein trockenster Ort ist immer der Ort, an dem eine Messstation einen bestimmten Wert erfasst. Das Ranking sagt daher nicht, dass jede Ortschaft im Umkreis von Magdeburg gleich wenig Regen bekommt.

  • Lage: Der Unterschied zwischen Atzendorf bei Magdeburg (rund 400 mm) und Balderschwang im Allgäu (rund 2450 mm) zeigt, wie stark Niederschlag mit der Lage schwankt.
  • Messort: Ein einzelner Stationswert ersetzt keine Fläche. Ein Ort am Rand eines Gebiets kann andere Werte haben als die Station selbst.

Was bedeutet die Regenmenge für den Wohnort?

Die Jahresniederschlagsmenge wirkt im Alltag vor allem über die Feuchte am Gebäude und den Wasserbedarf im Garten. Für den Ortsvergleich ist die Jahressumme deshalb ein Ausgangswert, dem man die praktischen Folgen zuordnen muss. Die Fiche liefert dafür Eckwerte: Der deutsche Durchschnitt liegt bei etwa 700 mm pro Jahr, in niederschlagsreichen Regionen bis zu 1400 mm. Balderschwang im Allgäu erreicht rund 2450 mm, Atzendorf bei Magdeburg rund 400 mm.

OrtJahresniederschlagQuelle
Atzendorf bei Magdeburgrund 400 mmWupperverband, 2024
Deutschland (Durchschnitt)etwa 700 mmWupperverband, 2024
Balderschwang im Allgäurund 2450 mmWupperverband, 2024

Feuchte und Schimmelrisiko im Gebäude

Viel Regen bedeutet nicht automatisch eine feuchte Wohnung, erhöht aber die Feuchtelast in der Umgebung. Die Fiche nennt keine Grenzwerte für Luftfeuchte. Die Jahresmenge ist daher ein Hinweis für die Prüfung, kein Beleg für ein konkretes Schimmelproblem.

Das Risiko hängt stärker von Lüftung und Gebäudelage ab als von der Regensumme allein:

  • Feuchte Außenwände und Sockelbereiche bei Gebäuden in Senken oder stark beschatteten Lagen prüfen.
  • Bei Besichtigungen auf Feuchtespuren an Ecken, Fensterlaibungen und Kellerwänden achten.
  • Die Wohnung regelmäßig stoßlüften, auch in Regionen mit wenig Trockenphasen.

Gartenbewässerung und Trockenstress

Bei geringer Jahresmenge müssen Pflanzen im Garten häufiger gezielt bewässert werden, besonders in Phasen ohne Niederschlag. In niederschlagsreichen Regionen verschiebt sich das Problem: Dauerregen kann Staunässe verursachen, die Wurzeln schädigt. Welche Pflanzen sich eignen, hängt daher von der Verteilung des Regens über das Jahr ab, nicht nur von der Summe.

Stadtgrün und Gegengewicht durch Sonnenstunden

Laut Statista war Baden-Württemberg zuletzt das niederschlagsreichste Bundesland mit 860 l/m². Als niederschlagsreichste Städte nennt die Quelle Kempten, Konstanz und Saarbrücken. Das bundesweite Mittel lag bei etwa 655 l/m².

Sonnenstunden wirken als Gegengewicht: Viel Regen bei wenig Sonne verlangsamt das Abtrocknen von Oberflächen und Wänden, während Sonne die Verdunstung fördert. Die Fiche enthält jedoch keine Sonnenstunden-Werte, daher lässt sich dieser Effekt hier nicht quantifizieren.

Wo finde ich Klimadaten für meine Stadt?

Für Niederschlagswerte einer bestimmten Stadt ist die Messstation entscheidend, nicht die Gesamtangabe für ein Bundesland oder für Deutschland. Niederschlagswerte beziehen sich je nach Quelle auf eine Station oder auf ein Gebiet.

Als Hauptquelle für Stationsdaten nennt dieser Plan das Deutsche Wetterdienst Climate Data Center (DWD CDC). Die Fiche dieses Artikels enthält keine Angaben zu dessen Datenumfang oder Aktualisierung, deshalb sollten Sie Verfügbarkeit und Format dort vor einem Vergleich selbst prüfen.

Vorgehen in zwei Schritten:

  • Station statt Stadtmittel wählen: Suchen Sie die Messstation, die dem Stadtzentrum oder dem betreffenden Stadtteil am nächsten liegt. Ein Mittelwert über eine ganze Stadt existiert in den Rohdaten meist nicht und müsste selbst berechnet werden.
  • Referenzzeitraum festlegen: Einzelne Jahre schwanken stark. Vergleichen Sie Städte deshalb über denselben, möglichst langen Zeitraum, etwa 1991 bis 2020 mit 30 Jahren. Einzelne Jahre, zum Beispiel besonders trockene oder nasse, sollten Sie als Vergleichsjahre gesondert ausweisen.
QuelleJahr der AngabeAngegebener WertBezug
Wupperverband2024etwa 700 mm pro Jahrdeutscher Durchschnitt
Statista2025etwa 655 l/m²bundesweites Mittel