Der Bäderatlas führt 5.545 Bäder in Deutschland. Werden zusätzlich die bei Google gelisteten Bäder berücksichtigt, ergeben sich rund 6.255 bis 6.289 Bäder, also etwa 710 mehr. Die Gesamtzahl hängt damit stark davon ab, welche Datenquelle man verwendet.
Wie viele Schwimmbäder gibt es in Deutschland?
| Zählgrundlage | Anzahl Bäder |
|---|---|
| Bäderatlas | 5.545 |
| Bäderatlas plus Google-Listungen | rund 6.255 bis 6.289 |
Abweichung zwischen den Quellen
Die Differenz von etwa 710 Bädern ergibt sich, wenn zusätzlich die bei Google gelisteten Bäder gezählt werden. Die beiden Zählungen messen also nicht exakt dasselbe Set an Einrichtungen, und die Zahl allein sagt wenig über die tatsächliche Versorgung aus.
Einordnung durch das IW
Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) bezeichnet die Datenbasis als „wackelig“. Aus der höheren Zahl an Bädern leitet das IW ab, dass das Bädersterben womöglich kleiner ist, als oft behauptet wird.

Thüringen vorn, Berlin und Hamburg hinten: Rangfolge der Länder je Einwohner
Pro Einwohner ist Thüringen am besten mit Bädern versorgt. Berlin und Hamburg haben dagegen pro Einwohner die wenigsten Bäder. Das zeigt das Institut der deutschen Wirtschaft Köln, dessen Ländervergleich auf dieser Kennzahl beruht.
Die Kennzahl Bäder je Einwohner setzt die Zahl der Bäder ins Verhältnis zur Bevölkerung. Ein Land mit wenigen Bädern kann deshalb gut versorgt sein, wenn es wenige Einwohner hat, und ein Land mit vielen Bädern kann schlechter dastehen, wenn es sehr viele Einwohner hat. Der Pro-Kopf-Wert macht Länder unterschiedlicher Größe vergleichbar.
| Gebiet | Einordnung bei Bädern je Einwohner |
|---|---|
| Thüringen | Am besten versorgt |
| Berlin | Eines der Länder mit den wenigsten Bädern je Einwohner |
| Hamburg | Eines der Länder mit den wenigsten Bädern je Einwohner |
Die Quelle nennt keine absoluten Werte je Einwohner. Der Vergleich bleibt daher bei der Rangfolge: Thüringen vorn, Berlin und Hamburg hinten. Die Zahl der Bäder insgesamt und die Datenbasis werden im Artikel gesondert behandelt.
Wie weit ist der Weg zum nächsten Bad?
Die Fahrzeit zum nächsten Bad hängt vor allem von Saison und Verkehrsmittel ab. Im Sommer braucht man im Schnitt 4:29 Minuten mit dem Auto und 9:33 Minuten mit dem Rad. Das Fahrrad dauert also mehr als doppelt so lang. Im Winter, bezogen auf Hallen- und Kombibäder, liegt die Fahrzeit mit dem Auto im Schnitt bei knapp 6 Minuten. Der Winterwert bezieht sich nur auf Hallen- und Kombibäder und ist höher; plausibel ist, dass im Winter keine Freibäder zur Auswahl stehen.
Die regionalen Unterschiede sind deutlich:
| Saison | Verkehrsmittel | Ø Fahrzeit | Gebiet |
|---|---|---|---|
| Sommer | Auto | 4:29 Minuten | Gesamtschnitt |
| Sommer | Rad | 9:33 Minuten | Gesamtschnitt |
| Sommer | Auto | unter 4 Minuten | Berlin und Hamburg |
| Sommer | Auto | fast 6 Minuten | Mecklenburg-Vorpommern |
| Winter | Auto | knapp 6 Minuten | Gesamtschnitt |
| Winter | Auto | fast 12 Minuten | Mecklenburg-Vorpommern |
In Mecklenburg-Vorpommern verdoppelt sich die Autofahrzeit zum Bad von fast 6 Minuten im Sommer auf fast 12 Minuten im Winter. In Berlin und Hamburg bleibt die Fahrt mit dem Auto im Sommer unter 4 Minuten.
Trotz dieser Unterschiede liegen über 90 % der Gemeinden innerhalb von 20 Minuten Fahrzeit zum nächsten Bad (Winterwert, Hallen- und Kombibäder). Die Angaben stammen aus Auswertungen des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln.
So prüft man die Erreichbarkeit für einen konkreten Wohnort: Man wählt die Saison und das Verkehrsmittel, die dem eigenen Alltag entsprechen, und vergleicht den Wert der Gemeinde mit dem Gesamtschnitt und dem Landeswert. Liegt der Wert deutlich über dem Schnitt, sollte man für den Alltag mit längeren Wegen rechnen.
Stadtstaaten und Flächenländer im Vergleich
Die Zahl der Bäder pro Einwohner hängt vermutlich auch davon ab, wie dicht eine Region besiedelt ist. Stadtstaaten wie Berlin und Hamburg haben viele Einwohner auf kleiner Fläche, deshalb fällt die Bäderzahl je Kopf dort strukturell niedriger aus. Flächenländer mit verstreuten Gemeinden verteilen ihre Bäder dagegen auf viel Raum. Für einen fairen Vergleich braucht man daher eine zweite Kennzahl, nämlich die Bäder je Fläche.
| Kennzahl | Berechnung | Was sie zeigt |
|---|---|---|
| Bäder je Einwohner | Anzahl Bäder ÷ Einwohnerzahl | Versorgung der Bevölkerung, verzerrt durch die Dichte |
| Bäder je Quadratkilometer | Anzahl Bäder ÷ Fläche in km² | Dichte des Angebots auf der verfügbaren Fläche |
Bäder je Quadratkilometer statt je Einwohner
Die Kennzahl Bäder je Quadratkilometer trennt das Angebot von der Bevölkerungszahl. Ein Stadtstaat mit wenigen Bädern je Einwohner kann pro Fläche trotzdem dicht versorgt sein, weil dort viele Menschen auf engem Raum wohnen. Umgekehrt sagt eine hohe Quote je Kopf in einem Flächenland nicht automatisch etwas über die Erreichbarkeit aus, wenn die Becken weit auseinanderliegen.
Einwohnerdichte erklärt Unterschiede in der Versorgung
Bei gleicher Bäderzahl sinkt die Versorgung je Kopf, je mehr Menschen im selben Gebiet leben. Die Einwohnerdichte dürfte ein Faktor für die Unterschiede zwischen Stadt und Land sein; die Quellen belegen das aber nicht.
Dünn besiedelte Flächenländer mit verteilten Gemeinden
In Flächenländern liegen die Bäder über viele verteilte Gemeinden. Die Erreichbarkeit hängt dann stärker von der Lage der Gemeinde ab als von der reinen Zahl der Becken. Der Zuschuss von etwa 5 bis 10 Euro pro Besucher gilt laut Quelle allgemein; Aussagen zur Belastung kleiner Gemeinden sind daraus nicht belegt.

Warum schließen Bäder?
Die Finanzierung ist der zentrale Engpass. Der Eigenerlös öffentlicher Schwimmbäder deckt etwa ein Drittel der Kosten. Die übrigen zwei Drittel tragen die Kommunen. Pro Besucher schießt die Kommune laut Quelle etwa 5 bis 10 Euro zu.
Zu Schließungen nennt die Quelle zwei unterschiedliche Kennzahlen:
| Kennzahl | Angabe | Quelle |
|---|---|---|
| Seit 2000 geschlossene Schwimmbäder | mehr als ein Viertel | DStGB, zitiert von der Heinrich-Böll-Stiftung (KommunalWiki), 2026 |
| Von Schließung bedrohte Bäder | rund 800 (etwa jedes siebte) | DLRG (Warnung 2025), zitiert von der Heinrich-Böll-Stiftung (KommunalWiki), 2026 |
Die Schließungsquote allein sagt wenig über die Lage vor Ort aus. Entscheidend ist, ob die jeweilige Kommune ihr Bad im Haushalt absichert oder bereits Schließungspläne verfolgt.
Was bedeutet das Bäderangebot für die Wohnortwahl?
Für den Stadtvergleich zählt vor allem die Bäderdichte pro Einwohner, nicht die absolute Zahl der Schwimmbäder. Laut Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) haben Berlin und Hamburg pro Einwohner die wenigsten Bäder, Thüringen ist am besten versorgt. Eine große Stadt mit vielen Bädern kann pro Kopf also trotzdem dünn ausgestattet sein.
Beim Vergleich sollten Sie Zahlen als Richtwert behandeln und prüfen, welche Zählweise einer Angabe zugrunde liegt.
Für Familien reicht eine Gesamtzahl nicht aus. Prüfen Sie je Stadt getrennt, ob es ein Freibad und ein Hallenbad gibt. Freibäder sind saisonal nutzbar, Hallenbäder ganzjährig. Für Kinderschwimmkurse oder Schulschwimmen ist meist das Hallenbad entscheidend.
Für das konkrete Wohnumfeld heißt das: Fragen Sie bei der Stadtverwaltung nach, ob für das nächstgelegene Bad Sanierungs- oder Schließungspläne bestehen. Lokalmedien und Ratsprotokolle zeigen oft früher als Betreiberseiten, ob über ein Bad beraten wird.
Wo findet man Daten zur eigenen Stadt?
Die Zahl der Schwimmbäder und ihre Betriebsdaten für eine einzelne Gemeinde lassen sich aus drei Quellen ermitteln: dem Bäderatlas, den Unterlagen der Stadtverwaltung und den Auskünften der Betreiber. Jede Quelle liefert andere Angaben, deshalb lohnt sich der Abgleich.
Bäderatlas für die eigene Gemeinde abfragen
Der Bäderatlas erfasst die Bäder in Deutschland. Für die eigene Gemeinde filtert man nach Ort und zählt die dort gelisteten Bäder. Das Ergebnis ist ein Ausgangswert, den man mit den Unterlagen der Stadt prüft.
Haushaltspläne und Berichte der Stadtverwaltung prüfen
Haushaltspläne zeigen, welche Kosten die Kommune für ihre Bäder einplant und welche Einnahmen sie erwartet. Die entscheidende Größe ist das Verhältnis zwischen Eigenerlös und Zuschuss. Weicht die eigene Stadt stark vom üblichen Verhältnis ab, lohnt die Nachfrage nach den Ursachen.
Berichte der Stadtverwaltung ergänzen den Haushaltsplan um Hinweise zu geplanten Sanierungen oder Betriebsänderungen. Die Verfügbarkeit solcher Berichte unterscheidet sich je nach Kommune.
| Quelle | Liefert | Einschränkung |
|---|---|---|
| Bäderatlas | Anzahl der Bäder je Gemeinde | Nur Standorte, die im Verzeichnis erfasst sind |
| Haushaltsplan der Stadt | Kosten und Zuschussbedarf für Bäder | Nur soweit die Bäder dort ausgewiesen sind |
| Berichte der Stadtverwaltung | Sanierungs- und Betriebsplanungen | Verfügbarkeit je Kommune unterschiedlich |
| Bäderbetriebe oder Stadtwerke | Betriebsdaten auf Anfrage | Abhängig von der Auskunftsbereitschaft |
Bäderbetriebe oder Stadtwerke direkt anfragen
Betreiber können Angaben nennen, die in öffentlichen Dokumenten oft fehlen, etwa Besucherzahlen oder den Eigenerlös einzelner Standorte. Eine schriftliche Anfrage sollte die Gemeinde, den Bad-Typ und den Zeitraum benennen. Wer nach Eigenerlös und Zuschuss fragt, erhält vergleichbare Werte, wenn beide Größen für denselben Zeitraum angefordert werden.
Häufig gestellte Fragen
Wie viele Schwimmbäder gibt es in Deutschland?
Der Bäderatlas führt 5.545 Bäder, mit den bei Google gelisteten Einrichtungen sind es rund 6.255 bis 6.289. Welche Zahl passt, hängt von der Zählgrundlage ab, und die Ursache der rund 710 Bäder Differenz ist in der Quelle nicht belegt.
Welches Bundesland hat pro Einwohner die meisten Bäder?
Laut Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) ist Thüringen pro Einwohner am besten versorgt, Berlin und Hamburg haben dagegen die wenigsten Bäder je Einwohner. Eine vollständige Rangfolge aller Länder liefert die Quelle nicht.
Wie weit ist es im Schnitt zum nächsten Bad?
Im Sommer braucht man im Schnitt 4:29 Minuten mit dem Auto und 9:33 Minuten mit dem Rad. Im Winter, bezogen auf Hallen- und Kombibäder, sind es knapp 6 Minuten mit dem Auto, in Mecklenburg-Vorpommern fast 12 Minuten, und über 90 % der Gemeinden liegen innerhalb von 20 Minuten (Fahrzeit-Mittelwerte nach IW).