Der einfache Arbeitsweg dauert in Deutschland im Schnitt etwa 28 Minuten bei rund 18 Kilometern Strecke. Diese Werte stammen aus einer Auswertung von TomTom-Verkehrsdaten mit Stand 27.03.2025, veröffentlicht vom Versicherer Allianz Direct. Sie bilden die gemeinsame Ausgangsbasis für alle folgenden Städtevergleiche auf dieser Seite.
Wie lange pendeln Deutsche im Schnitt?
Die 28 Minuten beschreiben die einfache Fahrt, also den Weg von der Wohnung zur Arbeitsstelle. Für den Hin- und Rückweg zusammen gilt rechnerisch das Doppelte.
| Kennzahl | Wert | Quelle |
|---|---|---|
| Durchschnittliche einfache Fahrt | etwa 28 Minuten | Allianz Direct, TomTom-Daten |
| Durchschnittliche Strecke | rund 18 Kilometer | Allianz Direct, TomTom-Daten |
| Datenbasis | TomTom-Verkehrsdaten, Stand 27.03.2025 | Allianz Direct (Versicherer) |
Was der Mittelwert aussagt
Der Wert ist ein bundesweiter Durchschnitt. Er gibt keine Auskunft darüber, wie lange ein Weg in einer bestimmten Stadt oder einem bestimmten Quartier dauert. Je nach Verkehrslage liegen einzelne Städte deutlich darüber oder darunter.
Worauf beim Vergleich zu achten ist
Städte lassen sich nur vergleichen, wenn drei Angaben übereinstimmen:
- Messbasis: einfache Fahrt oder Hin- und Rückweg, nicht gemischt.
- Strecke: Kilometerangabe, denn 28 Minuten bei 18 Kilometern und 28 Minuten bei 5 Kilometern beschreiben unterschiedliche Verhältnisse.
- Datenstand: Der Datenstand der Auswertung ist der 27.03.2025. Ältere oder neuere Werte können abweichen.
Vor jedem Städtevergleich sollte daher geprüft werden, ob alle Zahlen auf derselben Datenbasis beruhen und ob das Verkehrsmittel der Quelle mit dem übereinstimmt, das im eigenen Alltag genutzt wird.

Pendelzeit nach Städten im Vergleich
Die längste durchschnittliche Pendelzeit unter 29 untersuchten Städten hat Leipzig mit rund 46 Minuten bei 20,3 Kilometern. Dahinter folgen München mit ca. 34 Minuten und Mannheim mit ca. 33 Minuten. Am kürzesten sind Wuppertal mit ca. 16 Minuten sowie Freiburg und Duisburg mit je ca. 17 Minuten. Der Abstand zwischen Leipzig und Wuppertal beträgt damit rund 30 Minuten. Zum Vergleich: Der einfache Arbeitsweg dauert in Deutschland im Schnitt etwa 28 Minuten bei rund 18 Kilometern.
| Stadt | Ø Pendelzeit | Einordnung unter 29 Städten |
|---|---|---|
| Leipzig | ca. 46 Min. (bei 20,3 km) | längste Pendelzeit |
| München | ca. 34 Min. | zweitlängste |
| Mannheim | ca. 33 Min. | drittlängste |
| Freiburg | ca. 17 Min. | unter den kürzesten |
| Duisburg | ca. 17 Min. | unter den kürzesten |
| Wuppertal | ca. 16 Min. | kürzeste |
Die Werte stammen aus einer Auswertung des Versicherers Allianz Direct auf Basis von TomTom-Verkehrsdaten (Stand 27.03.2025). Die Einzelwerte der übrigen 22 Städte liegen den vorliegenden Angaben nicht vor, weshalb sie hier nicht aufgeführt sind. Die Auswertung misst Fahrzeiten und ist keine ÖPNV-Erhebung.
Wie stark die Durchschnittsgeschwindigkeit die Fahrzeit bestimmt
Die Streckenlänge erklärt die Fahrzeit nur teilweise. Ausschlaggebend ist die Durchschnittsgeschwindigkeit, also das Tempo, mit dem der Verkehr im Berufsverkehr vorankommt. Die Grundformel lautet: Fahrzeit ergibt sich aus Strecke geteilt durch Geschwindigkeit. Bei gleicher Distanz verlängert eine niedrige Geschwindigkeit die Fahrt deutlich.
Berlin hat im Berufsverkehr mit rund 18 km/h die niedrigste Durchschnittsgeschwindigkeit unter den ausgewerteten Werten. Duisburg liegt mit 43,9 km/h am oberen Ende. Duisburg ist damit rechnerisch etwa 2,4-mal so schnell unterwegs wie Berlin.
Zur Veranschaulichung dient der deutsche Durchschnittswert für den einfachen Arbeitsweg von rund 18 km. Dieser Wert ist kein Berliner oder Duisburger Mittelwert, sondern dient nur als gemeinsame Referenzstrecke:
| Stadt | Durchschnittsgeschwindigkeit | Rechnerische Fahrzeit für 18 km |
|---|---|---|
| Berlin | 18 km/h | 60 Minuten |
| Duisburg | 43,9 km/h | rund 24,6 Minuten |
Auf derselben Strecke dauert die Fahrt in Berlin also mehr als doppelt so lange wie in Duisburg. Die Werte stammen aus der Auswertung von Allianz Direct (2025). Für einen Vergleich mit Bahn oder Bus fehlen in dieser Datengrundlage Geschwindigkeiten.
Die reine Entfernung ist daher ein unvollständiger Vergleichsmaßstab. Wer zwei Wohnorte vergleicht, sollte die Strecke mit der lokalen Durchschnittsgeschwindigkeit verknüpfen, statt nur Kilometer zu zählen.
Wie schneidet der ÖPNV gegenüber dem Auto ab?
Die vorliegende Quelle lässt keinen direkten Vergleich zwischen ÖPNV und Auto zu. Sie zeigt aber, wie stark das Auto den Arbeitsweg prägt: Etwa 65 % der Pendler in Deutschland fahren mit dem Auto. Wie sich die übrigen rund 35 % auf Bahn, Bus, Straßenbahn oder Fahrrad verteilen, geht aus den Daten nicht hervor.
Die TomTom-Auswertung (Stand 27.03.2025) misst Pendelzeiten im Straßenverkehr. Sie enthält keine ÖPNV-Fahrzeitdaten. Die Minutenwerte je Stadt, etwa Leipzig mit ca. 46 Minuten bei 20,3 km, sagen deshalb nichts darüber aus, wie lange Bus oder Bahn für dieselbe Strecke brauchen. Wer aus diesen Werten ableitet, welches Verkehrsmittel in einer Stadt schneller ist, zieht einen Schluss, den die Quelle nicht trägt.
Für den Städtevergleich lässt sich der Autoanteil so einordnen:
| Kennzahl | Wert laut Quelle | Aussagekraft für den ÖPNV-Vergleich |
|---|---|---|
| Autoanteil der Pendler (Deutschland) | etwa 65 % | Zeigt die Verkehrsmittelwahl, aber keine Fahrzeiten |
| Durchschnittlicher einfacher Arbeitsweg (Deutschland) | etwa 28 Min. bei rund 18 km | Gesamtwert ohne Aufschlüsselung nach Verkehrsmittel |
| Pendelzeit einzelner Städte (29 untersucht) | z. B. Leipzig ca. 46 Min. | Kein Unterschied zwischen Auto und ÖPNV erkennbar |
Ein Städtevergleich zwischen Auto und ÖPNV braucht eigene Messungen. Dabei gilt:
- Start- und Zieladresse für alle Städte identisch wählen.
- ÖPNV-Zeit mit Umstiegen und Wartezeit aus Fahrplanauskünften ermitteln.
- Auto-Zeit zur Stoßzeit messen.

Pendlerströme: Wo liegen die großen Einpendelstädte?
Im Jahr 2023 pendelten rund 1,1 Mio. Menschen in Berlin und Brandenburg zur Arbeit in eine andere Gemeinde. Das entspricht etwa 34 % der rund 3,2 Mio. erfassten Personen. Stichtag war der 30.06.2023 (Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg, veröffentlicht am 16.10.2024).
Einpendelnde: Berlin als zweitgrößter Knoten
Berlin zählte 2023 467.402 Einpendelnde und war damit der zweitgrößte Einpendelknoten Deutschlands, nach München. Die Zahl gibt an, wie viele Beschäftigte von außerhalb zu einem Arbeitsplatz in der Stadt kommen. Ein hoher Wert zeigt eine starke Arbeitsortkonzentration: Die Arbeitsplätze liegen stärker in der Stadt als die Wohnorte der Beschäftigten.
Auspendler: Berliner mit Arbeitsort außerhalb
Aus Berlin pendelten 260.357 Berliner in eine andere Gemeinde, das wird mit 13 % angegeben. Umgekehrt arbeiteten 87 % innerhalb der Stadtgrenzen. Die Auspendler sind also eine Minderheit gegenüber den Beschäftigten, die in der Stadt bleiben.
Zahlenübersicht
| Kennzahl | Wert 2023 |
|---|---|
| Einpendelnde nach Berlin | 467.402 |
| Auspendler aus Berlin | 260.357 (13 %) |
| Berliner mit Arbeitsort innerhalb der Stadtgrenzen | 87 % |
| Pendler Berlin und Brandenburg gesamt | rund 1,1 Mio. |
| Anteil an den erfassten Personen | rund 34 % (von rund 3,2 Mio.) |
Die Einpendelzahl liegt rund 207.000 über der Auspendlerzahl, was den Überschuss an Arbeitsplätzen in Berlin zeigt.
Stoßzeiten und Wochentage
Die Pendelzeit hängt nicht nur von der Entfernung ab, sondern auch vom Zeitpunkt der Fahrt. Laut Allianz Direct, die TomTom-Verkehrsdaten auswertet (Stand 27.03.2025), ist der Donnerstag um 16:00 Uhr die staureichste Zeit im Berufsverkehr. Wer an diesem Wochentag und zu dieser Uhrzeit pendelt, muss laut Auswertung mit besonders viel Stau rechnen.
Nachmittägliche Abendspitze
Der Berufsverkehr beginnt nicht erst am späten Abend, sondern verdichtet sich bereits am Nachmittag. Ein Durchschnittswert für die gesamte Pendelzeit kann diese Belastung verdecken. Wer Städte nach Pendelzeit vergleicht, sollte deshalb klären, ob eine Angabe einen Tagesdurchschnitt oder ein Spitzenzeitfenster abbildet.
Die vorliegende Auswertung liefert für die einzelnen Städte keine Werte nach Uhrzeitfenster. Die Abendspitze lässt sich daher nicht pro Stadt beziffern, und Städte können in diesem Punkt nicht direkt gegeneinander gereiht werden.
Abweichungen zwischen Werktagen
Die Datengrundlage nennt nur den Donnerstag als staureichsten Tag. Angaben zu Montag, Dienstag, Mittwoch oder Freitag fehlen, daher ist nicht belegbar, wie stark sich die Werktage unterscheiden. Ein Donnerstagsbefund allein reicht deshalb nicht aus, um einen Wochenrhythmus abzuleiten.
Die eigene Strecke lässt sich mit einfachen Schritten prüfen:
- Tür-zu-Tür-Zeit zur gleichen Uhrzeit an mindestens zwei Werktagen messen, etwa Dienstag und Donnerstag um 16:00 Uhr.
- Beim ÖPNV Wartezeiten, Umstiege und Fußwege mitzählen.
- Mehrere Messungen über zwei bis drei Wochen notieren, damit Ausreißer erkennbar werden.
- Die Ergebnisse mit der Durchschnittsangabe von rund 28 Minuten für den einfachen Arbeitsweg in Deutschland vergleichen, wobei diese Zahl aus dem Autoverkehr stammt.
Was bedeutet das für die Wohnortwahl?
Die Pendelzeit ist ein Kriterium neben der Miete, kein Ersatz dafür. Eine kurze Fahrzeit spart Zeit, bedeutet aber nicht automatisch niedrigere Gesamtkosten. Entscheidend ist die Abwägung: Wie viele Minuten pro Tag kostet ein Wohnort gegenüber einem anderen, und welche Mietdifferenz steht dem gegenüber?
Die Allianz-Auswertung von 2025 nennt für vier Städte konkrete Durchschnittswerte:
| Stadt | Ø Pendelzeit | Ø Strecke | Ø Geschwindigkeit |
|---|---|---|---|
| Leipzig | ca. 46 Min. | ca. 20,3 km | nicht angegeben |
| Wuppertal | ca. 16 Min. | nicht angegeben | nicht angegeben |
| Freiburg | ca. 17 Min. | nicht angegeben | nicht angegeben |
| Duisburg | ca. 17 Min. | nicht angegeben | 43,9 km/h |
Eine kurze Fahrzeit ist nicht nur eine kurze Strecke. Duisburg kombiniert eine kurze durchschnittliche Fahrzeit mit der höchsten Durchschnittsgeschwindigkeit im Berufsverkehr; die durchschnittliche Streckenlänge ist in den vorliegenden Angaben nicht genannt. Berlin liegt mit rund 18 km/h am unteren Ende. Wer nach Staubelastung entscheidet, sollte deshalb Geschwindigkeit und Fahrzeit gemeinsam bewerten.
Für die Gewichtung helfen drei Schritte:
- Die Fahrzeit der realen Strecke ermitteln, nicht den Stadtdurchschnitt.
- Pendelminuten pro Tag mal Arbeitstage pro Jahr rechnen und in Stunden umrechnen.
- Die Miete pro Quadratmeter im Zielquartier mit dem Vergleichsquartier vergleichen. Mietdaten enthält diese Auswertung nicht; sie müssen aus anderen Quellen wie dem örtlichen Mietspiegel stammen.
Wuppertal, Freiburg und Duisburg sind als Wohnalternativen mit kurzer durchschnittlicher Fahrzeit einzuordnen. Ob sie im Einzelfall günstiger sind als der bisherige Wohnort, zeigt erst der Abgleich der Mieten im konkreten Quartier.