Im Ranking 2022 lagen die Müllgebühren in den 100 größten deutschen Städten im Schnitt bei etwa 312 Euro pro Jahr und Haushalt. Für das Ranking 2026 liegt in den verfügbaren Quellen kein vergleichbarer Durchschnittswert vor. Laut Haus & Grund Deutschland (28.06.2022) waren die Gebühren damit rund 8 Prozent höher als drei Jahre zuvor. In 81 Prozent der Städte stiegen sie.

Was kostet die Müllabfuhr pro Haushalt?

Die zentralen Kennzahlen des Rankings 2022 im Überblick:

KennzahlWertQuelle
Durchschnittliche Gebühr pro Jahr (100 größte Städte)rund 312 €Haus & Grund Deutschland (28.06.2022)
Anstieg des Durchschnittsrund 8 %Haus & Grund Deutschland (28.06.2022)
Städte mit steigenden Gebühren81 %Haus & Grund Deutschland (28.06.2022)

Der Durchschnitt fasst die Gebühren aller 100 Städte zu einem Wert zusammen. Er zeigt die Größenordnung, sagt aber nichts über die Gebühr einer einzelnen Kommune aus.

Der Anstieg von rund 8 Prozent bezieht sich auf den Durchschnitt über drei Jahre, also von 2019 bis 2022. Es handelt sich um einen Mittelwert über alle Städte. Eine einheitliche Erhöhung um 8 Prozent in jeder Kommune ist daraus nicht abzuleiten.

Dass 81 Prozent der Städte ihre Gebühren erhöhten, zeigt, dass die Entwicklung breit verteilt war. Die Quelle nennt den Anteil der Städte, nicht die Höhe der einzelnen Erhöhungen. Für eine konkrete Stadt lässt sich daraus kein Betrag ablesen.

Um die Gebühr für den eigenen Wohnort zu ermitteln, empfiehlt sich dieses Vorgehen:

  1. Durchschnitt als Referenz nutzen: Den Wert von rund 312 Euro als Vergleichsmaßstab für die eigene Einschätzung verwenden.
  2. Leistungsvariante wählen: Maßgeblich ist die Variante, die der eigene Haushalt tatsächlich nutzt.
  3. Vergleich auf gleiche Basis stellen: Nur Gebühren für dieselbe Leistungsvariante gegenüberstellen, sonst ist der Vergleich nicht aussagekräftig.

Was kostet die Müllabfuhr pro Haushalt?

Welche Städte haben die niedrigsten Müllgebühren?

Im Ranking 2026 des IW Köln / IW Consult (17.06.2026) liegt Flensburg auf Platz eins der 100 größten deutschen Städte. Im Ranking 2022 von Haus & Grund Deutschland (28.06.2022) stand Nürnberg vorn. Flensburg belegte damals den zweiten Platz, Wolfsburg den dritten.

  • Ranking 2022 (Haus & Grund, 28.06.2022): 1. Nürnberg, 2. Flensburg, 3. Wolfsburg
  • Ranking 2026 (IW Köln / IW Consult, 17.06.2026): 1. Flensburg

Flensburg stand 2022 auf Rang zwei und liegt im Ranking 2026 auf Rang eins. Da es sich um getrennte Erhebungen handelt, ist das ein Hinweis auf eine Spitzenposition in beiden Ausgaben, kein belegter Vergleich der Gebührenentwicklung. Nürnberg und Wolfsburg fehlen in der Übersicht für 2026. Zu den Rängen zwei und drei des Rankings 2026 liegen keine gesicherten Angaben vor, deshalb lässt sich ihre aktuelle Platzierung nicht bestimmen.

Platzierungen richtig lesen

Ein Rang ist eine relative Position unter 100 Städten. Verändert sich der Platz einer Stadt, kann das an der eigenen Gebührenentwicklung liegen, aber auch an Veränderungen bei den anderen Städten. Für einen Vergleich gehen Sie deshalb in dieser Reihenfolge vor:

  1. Ausgabejahr prüfen: 2022 und 2026 sind getrennte Erhebungen mit eigenen Rängen.
  2. Nur Städte aus derselben Ausgabe nebeneinanderstellen.
  3. Für Eurobeträge die jeweilige Veröffentlichung heranziehen. Ein Platz allein sagt nichts über die Höhe der Jahresgebühr aus.

Wo ist der Müll am teuersten?

Im Müllgebührenranking 2026 von IW Köln / IW Consult (17.06.2026) liegt Bergisch Gladbach mit 477,84 Euro pro Jahr auf dem letzten Platz. Die Quellen nennen für das Ranking 2026 zwei Angaben, die sich nicht zusammenführen lassen: Dortmund mit 535,80 Euro pro Jahr bei gleicher Leistung als Stadt mit den höchsten Kosten und Bergisch Gladbach mit 477,84 Euro (14-tägig, Teilservice) auf dem letzten Platz. Welche Stadt 2026 tatsächlich die teuerste ist, lässt sich anhand der vorliegenden Quellen nicht eindeutig sagen. Maßgeblich ist die IW-Studie selbst. Beide Angaben passen nicht ohne Weiteres zusammen: Ein letzter Platz müsste bei einer Rangliste nach Gebühren die höchsten Kosten bedeuten, doch Bergisch Gladbach liegt mit dem niedrigeren Betrag dort. Ob es sich um einen echten Widerspruch oder um unterschiedliche Bezugsgrößen handelt, lässt sich nur in der IW-Studie selbst prüfen.

Die beiden Werte im Vergleich

StadtBetrag pro JahrAngegebene LeistungEinordnung laut IW (17.06.2026)
Dortmund535,80 €„gleiche Leistung“, Variante nicht näher benannthöchste Kosten
Bergisch Gladbach477,84 €14-tägige Leerung, Teilserviceletzter Platz

Was bei der Prüfung zu klären ist

  • Leistungsvariante: Bergisch Gladbach ist eindeutig als 14-tägige Teilservice-Variante ausgewiesen. Für Dortmund fehlt diese Zuordnung. Der Vergleich ist erst belastbar, wenn feststeht, welche der vier Varianten (Vollservice oder Teilservice, wöchentlich oder 14-tägig) dem Dortmunder Betrag zugrunde liegt.
  • Index statt Einzelbetrag: Die Platzierung beruht auf einem Gebührenindex, in den alle Werte einfließen, auch geschätzte. Ob dies den scheinbaren Widerspruch erklärt, ist anhand der Quellen nicht zu entscheiden.

Für die Einordnung der Entwicklung gilt: Bereits im Ranking 2022 zählten Leverkusen, Trier und Bergisch Gladbach zu den teuersten Städten (Haus & Grund Deutschland, 28.06.2022). Ob sich die Position von Bergisch Gladbach zwischen 2022 und 2026 verändert hat, ist den vorliegenden Angaben nicht zu entnehmen; die Rechenbasis zwischen den Ausgaben ist nicht im Detail belegt.

Wie wird der Musterhaushalt berechnet?

Der Musterhaushalt ist eine feste Rechengrundlage, mit der die Müllgebühren aller 100 größten deutschen Städte vergleichbar gemacht werden. Er besteht aus vier Personen, die einen definierten Abfallmix erzeugen. Dadurch hängt das Ergebnis nicht von der Haushaltsgröße einer einzelnen Stadt ab, sondern nur von den örtlichen Gebührenregeln. Das Ranking 2026 des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW Köln / IW Consult, im Auftrag von Haus & Grund, 17.06.2026) nutzt diese Grundlage.

Abfallfraktionen im Musterhaushalt

FraktionStellung im Musterhaushalt
Restmüllwird erzeugt und fließt in die Berechnung ein
Biomüllwird erzeugt und fließt in die Berechnung ein
Sperrmüllwird erzeugt und fließt in die Berechnung ein
Altpapierwird erzeugt und fließt in die Berechnung ein
Wertstoffegelten als kostenlos und gehen nicht in die Gebühr ein

Herkunft der Gebührenwerte

Die Gebühren stammen aus den Abfall- und Gebührensatzungen der Städte. Die Berechnung arbeitet also mit den amtlich beschlossenen Sätzen und nicht mit Schätzungen aus dem Markt.

Hypothetische Schätzungen für fehlende Varianten

Eine Stadt bietet nicht immer jede Variante an. Für diese fehlenden Varianten werden hypothetische Gebühren geschätzt. Die konsultierten amtlichen Quellen machen keine Angaben dazu, nach welcher Methode diese Schätzungen gebildet werden.

Gebührenindex

Alle Werte, auch die geschätzten, fließen in einen Gebührenindex ein. Dieser Index ist die Grundlage der Rangfolge. Die Formel selbst ist in den konsultierten Quellen nicht im Detail beschrieben.

Wie wird der Musterhaushalt berechnet?

Warum unterscheiden sich die Gebühren so stark?

Die Müllgebühren werden in Deutschland nicht bundesweit einheitlich festgelegt. Jede Kommune regelt sie in einer eigenen Gebührensatzung. Der Vergleich der 100 größten Städte durch IW Köln / IW Consult (2026-06-17) beruht auf genau diesen Satzungen. Unterschiede im Gebührenniveau entstehen deshalb vor allem durch lokale Entscheidungen.

Kommunale Entscheidung über die Gebührenhöhe

Die Höhe der Gebühr ergibt sich aus den Kosten, die die Kommune für Sammlung und Entsorgung ansetzt, verteilt auf die Gebührenpflichtigen. Die Stadt bestimmt dabei:

  • welche Kosten über die Gebühr finanziert werden
  • wie die Kosten auf Behältergrößen, Leerungsrhythmen und Haushalte verteilt werden
  • in welchem Zeitraum Kostenüberschüsse oder Defizite in der Kalkulation ausgeglichen werden

Der Preis bleibt damit an die Kalkulation der jeweiligen Kommune gebunden.

Organisation der Müllabfuhr

Die Sammlung kann die Kommune mit eigenen Betrieben durchführen oder an private Dienstleister vergeben. Die gewählte Organisationsform bestimmt, welche Personal-, Fahrzeug- und Entsorgungskosten in die Kalkulation eingehen. Vergleiche zwischen Städten sind daher nur aussagekräftig, wenn bekannt ist, wie die Abfuhr in der jeweiligen Stadt organisiert ist.

Pro-Kopf-Abfallmengen als möglicher Kostentreiber

Je mehr Abfall pro Einwohner anfällt, desto höher sind grundsätzlich Sammel- und Entsorgungskosten. Die konsultierten amtlichen Quellen machen keine Angaben zu den Pro-Kopf-Mengen der verglichenen Städte, sodass ein direkter Zusammenhang mit der Gebührenhöhe hier nicht belegt werden kann.

EinflussfaktorWirkung auf die Gebühr
Organisation der Abfuhr (Kommune oder Dienstleister)Bestimmt Personal- und Fahrzeugkosten in der Kalkulation
GebührensatzungLegt fest, welche Kosten umgelegt werden und nach welchem Schlüssel
Pro-Kopf-AbfallmengeMöglicher Kostentreiber; ein Zusammenhang mit der Gebührenhöhe ist in den Quellen nicht belegt

Vollservice oder Teilservice?

Das Müllgebührenranking 2026 vergleicht jede Stadt in vier Varianten: Vollservice und Teilservice, jeweils mit wöchentlicher oder 14-tägiger Leerung. Die Gebühr hängt deshalb nicht nur vom Standort ab, sondern auch davon, welche Variante gewählt wird.

Leistungsumfang der Varianten

Die einzelnen Leistungsbestandteile je Variante beschreiben die konsultierten Quellen nicht, daher lässt sich der genaue Umfang hier nicht darstellen. Wer Städte vergleicht, sollte prüfen, welche Abfallarten eine Variante abdeckt und welche Leistungen zusätzlich anfallen.

Leerungsrhythmus: wöchentlich gegenüber 14-täglich

Der Leerungsrhythmus gehört zur Variantenwahl. Jede Kombination aus Leistungsumfang und Rhythmus erhält einen eigenen Gebührenwert, sodass eine Stadt je nach Rhythmus an einer anderen Stelle stehen kann. Eine allgemeine Aussage über die Preisdifferenz zwischen wöchentlicher und 14-tägiger Leerung lassen die konsultierten Quellen nicht zu.

Im Ranking gibt es vier Varianten:

  • Vollservice, wöchentliche Leerung
  • Vollservice, 14-tägige Leerung
  • Teilservice, wöchentliche Leerung
  • Teilservice, 14-tägige Leerung

Wertstoffe im Musterhaushalt

Die Gebührenbeträge beziehen sich auf die übrigen Abfallarten. Beim Vergleich von Städten sollte geprüft werden, ob die Satzung Wertstoffe trotzdem über einen separaten Posten abrechnet. Dieser wäre im Ranking nicht enthalten.

Quelle: IW Köln / IW Consult (im Auftrag von Haus & Grund), 17.06.2026.

Was bedeutet das für die Wohnortwahl?

Die Müllgebühr ist ein fester Posten der Nebenkosten, der sich je nach Stadt deutlich unterscheidet. Im Ranking 2022 lag der Durchschnitt der 100 größten Städte bei etwa 312 € pro Jahr (Haus & Grund, 28.06.2022). Für Kauf- und Mietentscheidungen zählt dabei vor allem, dass die Gebühr pro Haushalt und Jahr anfällt und sich nach Leistungsumfang richtet.

Vor einem Umzug lassen sich die Gebühren des Zielorts in drei Schritten prüfen:

  • Gebührensatzung der Stadt: Die Abfall- und Gebührensatzung nennt die Preise für jede Leistungsvariante. Sie ist die direkte Quelle, nicht die Gebührenübersicht eines Dritten.
  • Gleiche Vergleichsbasis: Die Vergleichsbasis des Rankings sind vier Personen, Vollservice oder Teilservice, jeweils wöchentliche oder 14-tägige Leerung.
  • Leistungsumfang: Ob eine Stadt die Abfallarten im gleichen Umfang abholt, entscheidet über den Betrag.

Für die Mietbelastung gilt: Bei Mietwohnungen kann die Abfallgebühr je nach Mietvertrag über die Nebenkostenabrechnung umgelegt werden; Eigentümer zahlen sie direkt. Bei Unklarheiten oder Streit über die Abrechnung bieten Mieterverein oder Rechtsberatung Hilfe. Wer die Gebühr des Zielorts kennt, kann sie mit den übrigen Nebenkosten der Wohnung vergleichen.

Die Gebühr allein sagt wenig über die Gesamtbelastung. Um sie ins Verhältnis zu den Wohnkosten zu setzen, braucht es die Summe aller Nebenkosten und der Kaltmiete beziehungsweise der Kreditrate. Diese Werte liegen in den konsultierten Quellen nicht vor. Sie müssen aus Mietangeboten, Nebenkostenabrechnungen und Gemeindeangaben des jeweiligen Objekts ermittelt werden.

Häufig gestellte Fragen

Wie hoch sind die Müllgebühren im Schnitt pro Haushalt?

Laut Haus & Grund Deutschland (28.06.2022) lag der Mittelwert im Ranking 2022 bei rund 312 Euro pro Jahr für die 100 größten Städte. Für 2026 liefern die verfügbaren Quellen keinen vergleichbaren Durchschnittswert.

Welche Stadt zahlt 2026 die höchsten Müllgebühren?

Die verfügbaren Quellen lassen dazu keine eindeutige Antwort zu. Die IW-Studie (IW Köln / IW Consult, 17.06.2026) nennt Dortmund mit 535,80 Euro pro Jahr bei gleicher Leistung, gleichzeitig steht Bergisch Gladbach mit 477,84 Euro auf dem letzten Platz. Diese Angaben widersprechen sich, daher ist die IW-Studie selbst die maßgebliche Referenz.

Wie finde ich die Gebühr für meinen eigenen Wohnort heraus?

Die Gebühren stammen laut IW Köln / IW Consult (17.06.2026) aus den Abfall- und Gebührensatzungen der Städte, daher ist die Satzung der eigenen Kommune die verlässlichste Grundlage. Für einen aussagekräftigen Vergleich sollten Sie den Betrag mit einer Stadt abgleichen, die dieselbe Leistungsvariante anbietet.

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