Wie viel kostet eine Eigentumswohnung pro Quadratmeter in Deutschland?
Bundesweiter Mittelwert als Ausgangspunkt
Ein bundesweiter Mittelwert dient als Referenz, um einzelne Städte und Kreise einzuordnen. Er wird je nach Quelle unterschiedlich gebildet, etwa als einfacher Durchschnitt über Kreise oder gewichtet nach Anzahl der Verkäufe oder Wohnungen. Für einen Vergleich ist wichtig, ob der Mittelwert aus Kaufpreisen oder aus Angebotspreisen stammt und ob er nach Wohnungsgröße oder Baujahr gewichtet ist. Ohne diese Angaben lassen sich verschiedene Mittelwerte nicht sinnvoll gegenüberstellen.
Regionale Preisspanne zwischen Land und Metropole
Der Preis je Quadratmeter hängt stark vom Standort ab. Der ländliche Raum liegt in der Regel deutlich unter dem Niveau der großen Städte, doch innerhalb der Metropolen gibt es ebenfalls große Unterschiede. Laut Stiftung Warentest gibt es selbst in Berlin, Hamburg oder Köln Wohnungen mit Quadratmeterpreisen von 3.000 Euro und weniger. Entscheidend sind zusätzlich Lage im Stadtgebiet und Baujahr des Gebäudes.
Einordnung nach Preisklassen
Kreisfreie Städte und Landkreise lassen sich nach ihrem Abstand zum Bundesmittel in Preisklassen einteilen. Dafür braucht es einen gewichteten Bundeswert. Die vorliegende Datenbasis nennt keinen solchen Wert. Ein Bundesmittel entsteht nicht durch einfaches Zusammenführen der Kreispreise, denn ein ungewichteter Durchschnitt über Kreise zählt einen dünn besiedelten Landkreis genauso stark wie eine Großstadt mit vielen Verkäufen. Gewichtet wird deshalb nach Wohnungsbestand oder Anzahl der Verkäufe.
Für die Einordnung eignet sich folgendes Vorgehen, sobald ein gewichteter Bundesmittelwert vorliegt:
- Quadratmeterpreis des Kreises mit dem Bundesmittel vergleichen
- Den Abstand in Prozent berechnen (Differenz geteilt durch Bundesmittel, mal 100)
- Den Kreis einer Klasse zuordnen, etwa „deutlich darüber“, „nahe am Mittel“ oder „deutlich darunter“
Die Klassengrenzen sollten vorab festgelegt und für alle Kreise gleich angewendet werden, damit der Vergleich konsistent bleibt.

Die teuersten Großstädte im Vergleich
Welche Großstadt den höchsten Quadratmeterpreis für Eigentumswohnungen hat, lässt sich mit der vorliegenden Datenbasis nicht beziffern. Es fehlen Durchschnittswerte für München, Hamburg, Berlin, Frankfurt und Köln. Ein belastbarer Städtevergleich setzt deshalb eine einheitliche Quelle voraus.
Entscheidend ist die gleiche Methode für alle Städte: Erst dann sind die Quadratmeterpreise direkt nebeneinander aussagekräftig.
So gehen Sie beim Vergleich vor:
- Wohnungstyp angleichen: Sonst verzerren Luxusobjekte oder sehr alte Bestandswohnungen den Durchschnitt.
- Mittelwert und Median prüfen: Ein Mittelwert wird durch wenige sehr teure Objekte nach oben gezogen. Weist die Quelle beides aus, nutzen Sie den Median als robusteren Vergleichswert.
- Stichtag notieren: Jede Angabe braucht ein Datum. Nur so lassen sich Städte zeitlich vergleichen und Momentaufnahmen nicht mit Entwicklungen verwechseln.
Eine Aussage zur Preisentwicklung der Großstädte über die letzten fünf Jahre ist mit den vorliegenden Angaben nicht belegt. Dafür braucht es Zeitreihen mit einheitlichem Stichtag und identischer Methode.
Wo gibt es Wohnungen noch unter 3.000 Euro pro Quadratmeter?
Laut Stiftung Warentest gibt es selbst in Berlin, Hamburg oder Köln Wohnungen mit Quadratmeterpreisen von 3.000 Euro und weniger; eine vollständige Liste einzelner Kreise unter dieser Schwelle liefert die Datenbasis hier jedoch nicht. Eine Großstadt schließt also günstige Angebote nicht aus, und ein hoher Durchschnitt bedeutet nicht, dass jede Wohnung darüber liegt.
Suchraum: Landkreise und kreisfreie Städte
- Landkreise und kreisfreie Städte bilden die Vergleichsbasis. Wer nur Großstädte betrachtet, sieht einen Teil des Marktes nicht.
- Der Städtevergleich der Stiftung Warentest umfasst alle 400 Städte und Landkreise, also auch ländliche Kreise.
- Ob ein Kreis unter 3.000 Euro je Quadratmeter liegt, lässt sich nur am jeweiligen Kreiswert ablesen, nicht an Erfahrungswerten.
Umland größerer Städte
Das Umland größerer Städte ist der naheliegende Vergleich zur Kernstadt. Ob die Umlandgemeinden moderatere Quadratmeterpreise aufweisen, ist nicht Teil der vorliegenden Daten und muss pro Gemeinde geprüft werden. Der Vergleich gelingt am zuverlässigsten, wenn Kernstadt und Umland aus derselben Quelle stammen.
Ost- und Mitteldeutschland
Ob Ost- und Mitteldeutschland insgesamt günstiger sind, lässt sich aus den vorliegenden Daten nicht ableiten. Die Regionen sollten als Suchraum in die Kreisauswertung einbezogen werden, ohne vorab ein Preisniveau anzunehmen.
Warum unterscheiden sich die Preise innerhalb einer Stadt so stark?
Ein Durchschnittswert für eine Stadt verdeckt die Spannweite zwischen den Quartieren. Die folgenden Marktkräfte erklären, warum die Preise innerhalb einer Stadt auseinanderlaufen.
Nachfrage und Angebot im einzelnen Stadtteil
Der Immobilienmarkt ist lokal. Ein Stadtteil mit wenigen Verkaufsobjekten und vielen Interessenten treibt den Quadratmeterpreis, während ein Quartier mit hohem Angebot und geringer Nachfrage günstiger bleibt. Entscheidend ist deshalb nicht die Gesamtzahl der Wohnungen in der Stadt, sondern das Verhältnis von Angebot und Nachfrage im jeweiligen Viertel.
Zu prüfen sind:
- Angebotsdichte: Wie viele Eigentumswohnungen kommen in einem Quartier pro Jahr auf den Markt?
- Nachfrageprofil: Suchen dort vor allem Familien, Singles oder Kapitalanleger?
- Neubau: Ein neues Wohnprojekt kann ein Viertel kurzfristig vergrößern und den Preisdruck verschieben.
Gentrifizierung und Sanierungsgebiete als Preistreiber
Wertsteigerungen entstehen oft dort, wo sich das Umfeld verändert. Zuzug einkommensstärkerer Haushalte, neue Gastronomie und Aufwertung des öffentlichen Raums erhöhen die Nachfrage, bevor die Angebotsstruktur nachzieht. Der Preis steigt dann schneller als in benachbarten Quartieren.
Sanierungsgebiete wirken ähnlich, sind aber planbarer. Die öffentliche Förderung und die bauliche Modernisierung können den Ruf eines Viertels verbessern. Für Käufer bedeutet das:
- Im Vergleich früher und späterer Preisstände lohnt ein Blick auf die laufenden Maßnahmen im Quartier.
- Ein niedriger Quadratmeterpreis kann auf eine Übergangsphase hinweisen, muss aber nicht zu einer Wertsteigerung führen.
Verhältnis von Eigentumsquote und lokalem Mietniveau
Die Eigentumsquote und das Mietniveau hängen eng zusammen, wirken aber in gegensätzliche Richtungen. Wo viele Haushalte mieten und die Mieten hoch sind, kann der Kauf im Vergleich attraktiver werden, was die Nachfrage nach Eigentum stützt. Möglicherweise ist der Bestand an verkäuflichen Wohnungen in Vierteln mit niedriger Eigentumsquote begrenzt; belegt ist dies hier nicht.
| Konstellation | Tendenz beim Quadratmeterpreis | Begründung |
|---|---|---|
| Hohe Mieten, niedrige Eigentumsquote | Eher hoch | Starke Kaufnachfrage bei knappem Verkaufsangebot |
| Hohe Mieten, hohe Eigentumsquote | Eher mittel | Angebot ist vorhanden, Nachfrage verteilt sich |
| Niedrige Mieten, niedrige Eigentumsquote | Eher niedrig | Geringe Nachfrage, wenig Anreiz zum Kauf |
Diese Zusammenhänge zeigen Tendenzen, keine feste Regel. Die Kombination mit der Angebotsdichte im Quartier entscheidet, welche Konstellation tatsächlich zutrifft.

Wie beeinflussen Lage und Baujahr den Kaufpreis?
Für eigene Berechnungen gilt: Der Quadratmeterpreis ist der Kaufpreis geteilt durch die Wohnfläche. Ein Zuschlag oder Abschlag entsteht erst im Vergleich zu einer Referenzgruppe, etwa dem Durchschnitt des Stadtteils.
| Merkmal | Richtung des Preiseffekts | Prüfbar über |
|---|---|---|
| Innenstadtnähe | Zuschlag möglich | Entfernung zum Stadtzentrum |
| U-Bahn-Anbindung | Zuschlag | Entfernung zur nächsten Haltestelle |
| Park in der Nähe | Zuschlag | Entfernung zur Grünfläche |
| Baujahr vor 1960 | Abschlag möglich | Baujahrsfeld im Datensatz |
| Sanierungsstau | Abschlag | Zustandsangaben im Exposé |
| Neubau | Zuschlag möglich gegenüber Bestand | Baujahrsfilter |
Die Richtung ist qualitativ angegeben. Konkrete Prozentwerte lassen sich aus der Quellenlage hier nicht ableiten und sollten aus den jeweiligen Kaufpreisdaten der Städte selbst ermittelt werden.
Beim Vorgehen gilt: Pro Gruppe den Median statt des Mittelwerts bilden, weil einzelne Luxusobjekte oder Schnäppchen den Mittelwert verzerren. Neubauwohnungen lassen sich nur dann sinnvoll mit Bestandsimmobilien vergleichen, wenn Lage und Baujahrsklasse übereinstimmen. Ein Sanierungsstau steht meist nicht in Kaufpreisdaten, sondern nur im Objekttext; er muss daher separat erfasst werden.
Woher stammen verlässliche Preisdaten?
Belastbare Quadratmeterpreise kommen aus zwei Quellentypen: amtlichen Auswertungen tatsächlicher Verkäufe und kommerziellen Angebotsdaten. Beide messen unterschiedliche Größen. Wer Orte vergleicht, sollte bei jeder Zahl wissen, welche Größe sie beschreibt.
Die Gutachterausschüsse der Kommunen werten die Kaufverträge aus und führen daraus die Kaufpreissammlung. Sie zeigen, was tatsächlich gezahlt wurde, nicht, was angeboten wird. Aus diesen Daten leiten sie die Bodenrichtwerte ab. Ein Bodenrichtwert ist ein durchschnittlicher Lagewert für Grund und Boden je Quadratmeter einer Zone und gilt immer zu einem bestimmten Stichtag. Zwei Gemeinden lassen sich nur vergleichen, wenn beide Werte zum selben Stichtag stammen. Sonst vergleicht man Marktstände aus unterschiedlichen Zeiten. Der Bodenrichtwert bezieht sich auf das Grundstück. Gebäude, Ausstattung und Zustand der Wohnung sind darin nicht enthalten.
Die Angebotspreise aus Immobilienportalen sind die verlangten Preise. Sie spiegeln die Preisvorstellung des Verkäufers wider, nicht den Abschluss. Bei Verhandlungen kann der erzielte Kaufpreis deutlich abweichen. Zudem ist ein Inserat nur eine Momentaufnahme, und dasselbe Objekt kann mehrfach eingestellt sein.
| Quelle | Was sie misst | Grenze |
|---|---|---|
| Kaufpreissammlung der Gutachterausschüsse | Tatsächlich gezahlte Kaufpreise | Auswertung zeitversetzt, Ergebnisse je nach Kommune unterschiedlich aufbereitet |
| Bodenrichtwert | Lagewert für Boden je Zone, zum Stichtag | Kein Gebäudepreis, nur Grundstücksbezug |
| Angebotspreise aus Immobilienportalen | Verlangte Preise | Verhandlungsspielraum, Momentaufnahme, Mehrfacheinträge möglich |
| Städtevergleich Stiftung Warentest | Quadratmeterpreise nach Stadt bzw. Landkreis, mit Lage und Baujahr | Einzelne Wohnungen liegen teils weit unter dem Stadtniveau |
Fazit: Was Käufer beim Städtevergleich beachten sollten
Der Quadratmeterpreis allein ist kein belastbarer Städtevergleich. Ein niedriger Preis in einer Großstadt sagt daher wenig, solange Lage, Baujahr und Folgekosten nicht gleich gewichtet werden.
Vergleichsbasis festlegen
Ein Objekt mit abweichendem Baujahr oder anderer Lage ist kein direkter Gegenwert, auch wenn der Quadratmeterpreis ähnlich ausfällt.
Laufende und einmalige Kosten prüfen
Der Kaufpreis pro Quadratmeter bildet nur einen Teil der Ausgaben ab. Für einen Vergleich sind diese Posten relevant:
| Posten | Was Sie prüfen | Hinweis |
|---|---|---|
| Hausgeld | Höhe und Umfang der enthaltenen Leistungen | Laufende monatliche Kosten |
| Instandhaltungsrücklage | Stand laut Protokollen der Eigentümerversammlung | Hinweise auf anstehende Sanierungen |
| Grunderwerbsteuer | Satz des jeweiligen Bundeslandes | Fällt je nach Land unterschiedlich aus |
| Notar- und Grundbuchkosten | Angaben im Exposé oder bei der Notarin | Einmalige Nebenkosten |
| Maklerprovision | Aufteilung zwischen Käufer und Verkäufer | Bei Wohnungen für private Käufer bundesweit hälftig geteilt (seit Dezember 2020) |
Vergleichen Sie für jede Stadt und jeden Stadtteil die Gesamtsumme aus Kaufpreis und einmaligen Nebenkosten. Setzen Sie die laufenden Kosten daneben, etwa das Hausgeld pro Quadratmeter.
Häufig gestellte Fragen
Welche Großstadt hat den höchsten Quadratmeterpreis für Eigentumswohnungen?
Mit der vorliegenden Datenbasis lässt sich das nicht beziffern, weil keine Stadtwerte je Quadratmeter vorliegen. Vor einem Vergleich brauchen Sie aktuelle Werte je Stadt, jeweils mit Stichtag und Quelle.
Wie vergleiche ich Quadratmeterpreise verschiedener Städte richtig?
Achten Sie darauf, ob ein Mittelwert gewichtet ist, also nach Anzahl der Verkäufe oder des Wohnungsbestands berechnet wurde, oder ob alle Kreise gleich zählen. Vergleichen Sie nur Werte mit gleichem Stichtag, gleicher Methode und gleichem Objekttyp, etwa Bestand gegenüber Neubau.
Gibt es in Berlin, Hamburg oder Köln auch günstige Eigentumswohnungen?
Laut Stiftung Warentest gibt es dort Wohnungen mit Quadratmeterpreisen von 3.000 Euro oder weniger. Der Preis hängt dabei stark von der Lage im Stadtgebiet und vom Baujahr des Gebäudes ab.