Das vorliegende Faktenblatt enthält keinen bundesweiten Gesamtbestand an Geldautomaten, keine Entwicklung über mehrere Jahre und keine Aufteilung nach Bundesländern. Deshalb nenne ich hier keine Zahl. Eine belastbare Angabe braucht einen Stichtag und eine klar beschriebene Zählweise.

Wie viele Geldautomaten gibt es in Deutschland?

Ein Gesamtbestand ohne Stichtag hat wenig Aussagekraft, weil sich die Zahl der Automaten laufend verändert, etwa durch Schließungen und Neueröffnungen von Filialen sowie durch das Aufstellen oder Abbauen freistehender Geräte. Eine Aussage über die Entwicklung über die Jahre setzt deshalb mehrere Erhebungen mit identischer Methode voraus. Zahlen aus Quellen mit unterschiedlichen Zählregeln lassen sich nicht direkt nebeneinanderstellen.

Bei der Verteilung nach Bundesländern gilt dasselbe Prinzip wie bei Städten: Absolute Zahlen hängen meist stark von der Größe eines Landes ab. Aussagekräftig werden sie erst, wenn sie auf die Bevölkerung bezogen werden, etwa als je 10.000 Einwohner.

Vorgehen beim Vergleich:

  • Stichtag und Herkunft jeder Zahl festhalten
  • prüfen, ob die Zählung nur Bankstandorte oder auch Automaten an Tankstellen und Poststellen umfasst
  • Bundesländer nur auf Basis derselben Erhebung gegenüberstellen und die Einwohnerzahl zum gleichen Stichtag verwenden

Wie viele Geldautomaten gibt es in Deutschland?

Geldautomaten je 10.000 Einwohner im Städtevergleich

Der DKB Cash-Index (Stand Januar 2026) ordnet die 30 einwohnerstärksten Städte Deutschlands nach der Zahl der Geldautomaten je 10.000 Einwohner. Die Spitze bildet Aachen mit 4,57 Automaten je 10.000 Einwohner. Das Schlusslicht ist Duisburg mit 1,43.

PositionStadtGeldautomaten je 10.000 Einwohner
Platz 1Aachen4,57
Platz 30 (Schlusslicht)Duisburg1,43

Der Abstand zwischen Spitze und Schlusslicht beträgt 3,14 Automaten je 10.000 Einwohner. Rechnerisch liegt Aachen damit beim etwa 3,2-Fachen des Duisburger Werts (4,57 geteilt durch 1,43).

Der Vergleich bezieht sich auf die Einwohnerzahl und nicht auf die absolute Zahl der Automaten. Eine Großstadt mit vielen Automaten kann je 10.000 Einwohner weniger aufweisen als eine kleinere Stadt mit weniger Geräten. Deshalb eignet sich die Kennzahl, um Städte unterschiedlicher Größe nebeneinanderzustellen.

Für die Einordnung der 30 Städte gilt: Der Ranking-Wert ist eine relative Kennzahl. Wer eine Stadt bewertet, sollte die Position im Ranking zusammen mit dem Zahlenwert lesen, da zwischen den Plätzen der Abstand unterschiedlich groß sein kann.

Warum fehlen Daten auf Stadtteilebene?

Der DKB Cash-Index weist Geldautomaten nur für ganze Städte aus, etwa Aachen mit 4,57 Automaten je 10.000 Einwohner und Duisburg mit 1,43. Eine Aufschlüsselung nach Stadtteilen gibt die Auswertung nicht her. Die Gründe liegen in der Erhebung selbst, in den Quellen der Standorte und in den Gebietsgrenzen.

Keine Erhebung nach Stadtteilen

Der Index zählt Automaten je Stadt und setzt sie zur Einwohnerzahl ins Verhältnis. Die Standorte werden nicht einzeln nach Stadtteil geprüft oder gewichtet. Wer einen Stadtteilvergleich plant, muss die Einzelpunkte selbst einem Gebiet zuordnen. Dafür wären die Einzelstandorte der zugrunde liegenden Daten nötig, die der Index nicht veröffentlicht.

Standorte werden nicht einheitlich erfasst

Die Quelle zählt Bankfilialen, freistehende Automaten sowie Automaten an Tankstellen und Poststellen jeweils als einen Geldautomaten. Die Standorttypen fließen also gleich gewichtet ein, obwohl sie sich in der tatsächlichen Nutzbarkeit unterscheiden können.

Abweichende Gebietsgrenzen

Stadtteile, statistische Bezirke und Postleitzonen sind nicht deckungsgleich. Ein Automat nahe einer Grenze kann je nach Grenzdefinition einem anderen Gebiet zugeordnet werden. Einwohnerzahlen stammen oft aus einer anderen Gebietsgliederung als die Automatenpunkte. Der Quotient aus Automaten und Einwohnern wird dadurch verzerrt, ohne dass der Fehler sichtbar wird.

Wie lässt sich die Unterversorgung eines Stadtteils prüfen?

Ob ein Stadtteil unterversorgt ist, lässt sich mit zwei Kennzahlen prüfen: der Quote je 10.000 Einwohner (Automaten je 10.000 Einwohner) und der Entfernung zum nächsten Automaten. Der DKB Cash-Index arbeitet mit der ersten Kennzahl auf Stadtebene. Für einzelne Stadtteile lassen sich dieselben Grundsätze anwenden.

Schwellenwert festlegen

Die vorliegenden Daten nennen keinen amtlichen Grenzwert für Unterversorgung. Der Schwellenwert muss deshalb vorab selbst bestimmt werden, bevor Stadtteile verglichen werden, damit alle nach derselben Regel bewertet werden. Rechenweg: Anzahl der Automaten geteilt durch Einwohnerzahl, mal 10.000. Liegt der Wert eines Stadtteils deutlich unter dem Durchschnitt der Vergleichsgebiete, ist er ein Kandidat für Unterversorgung.

Ländliche Randlagen mit wenigen Standorten

In Randlagen ist die Zahl der Standorte oft so gering, dass die Quote je 10.000 Einwohner wenig aussagt. Ein einzelner zusätzlicher Automat verändert den Wert stark. Prüfen Sie deshalb neben der Quote immer auch die absolute Zahl der erfassten Standorte.

Entfernung zum nächsten Automaten messen

  1. Alle erfassten Standorte für das Untersuchungsgebiet aus den OpenStreetMap-Daten exportieren.
  2. Für jeden Wohnpunkt im Stadtteil die Entfernung zum nächsten Standort berechnen. Eine Luftlinie unterschätzt den tatsächlichen Fußweg, besonders in Gebieten mit Flüssen, Bahnlinien oder Hauptstraßen.
  3. Den Anteil der Einwohner ermitteln, die weiter als der festgelegte Schwellenwert vom nächsten Automaten entfernt wohnen.

Dieser Anteil ergänzt die Quote und zeigt, wie viele Menschen tatsächlich betroffen sind, nicht nur wie viele Automaten insgesamt vorhanden sind.

Wie lässt sich die Unterversorgung eines Stadtteils prüfen?

Bargeld im Supermarkt statt am Automaten

Wo im Quartier kein Geldautomat steht, ist die Bargeldauszahlung an der Supermarktkasse eine mögliche Alternative: Der gewünschte Betrag wird zusammen mit dem Einkauf ausgezahlt. Ob das möglich ist, hängt von der Kette und dem einzelnen Markt ab, nicht von der Stadt allein.

Die DKB-Auswertung (Cash-Index, Stand Januar 2026) nennt Supermarktkassen nicht. Eine Stadt mit hoher Automatendichte sagt deshalb nichts darüber aus, ob Kassen-Bargeld verfügbar ist.

Vor dem Einkauf prüfen

PrüfpunktWo nachsehenWarum
Cashback-Angebot der KetteWebsite oder App der SupermarktketteDas Angebot muss nicht in allen Filialen gleich sein
BetragsgrenzeKassenpersonal oder KundeninformationBegrenzt, wie viel bar ausgezahlt wird
GebührKassenpersonal oder KundeninformationBestimmt die Kosten des Bargeldbezugs

Betragsgrenzen und Gebühren

Zu konkreten Beträgen oder Gebühren liegen in den verfügbaren Daten keine Angaben vor. Beide Werte legen der Händler und gegebenenfalls der Zahlungsdienstleister fest. Sie können sich zwischen Ketten unterscheiden, daher sollte man sie vor dem Einkauf direkt erfragen und nicht aus Erfahrungen anderer ableiten.

Wie zuverlässig sind OpenStreetMap-Daten?

Die Kennzahlen des DKB Cash-Index stützen sich auf OpenStreetMap-Daten mit dem Datenstand vom 10. November 2025; gezählt werden Standorte, nicht ausschließlich tatsächlich betriebene Automaten. Wer Geldautomatendichten zwischen Stadtteilen oder Städten vergleicht, sollte daher zwei Punkte prüfen: welche Objekte in die Zählung eingehen und wie stark die Werte von amtlichen Angaben abweichen können. Die Quelle selbst bezeichnet ihre Ergebnisse als Annäherung.

Zählregel der Analyse

Die Auswertung erfasst nicht nur freistehende Geldautomaten. Sie berücksichtigt vier Standorttypen, die jeweils als ein Geldautomat zählen:

StandorttypZählung
Bankfilialejede Filiale gilt als ein Geldautomat
Freistehender Automatein Geldautomat
Automat an einer Tankstelleein Geldautomat
Automat an einer Poststelleein Geldautomat

Diese Zählregel bestimmt, was die Kennzahl misst. Die Zahl je 10.000 Einwohner beschreibt also die Summe aller erfassten Standorte, nicht die Zahl der tatsächlich betriebenen Automaten.

Was daraus für den Vergleich folgt

  • Eine Bankfiliale erhöht den Wert genauso stark wie ein freistehender Automat. Ein Stadtteil mit vielen Filialen kann daher dichter wirken, als seine Bargeldversorgung tatsächlich ist.
  • Der Datenstand ist eine Momentaufnahme. Änderungen nach dem 10. November 2025, etwa Schließungen oder Neueröffnungen, sind nicht enthalten.
  • Abweichungen gegenüber amtlichen Angaben sind möglich. Die Quelle gibt keinen Umfang an, deshalb lassen sich daraus keine Fehlerquoten ableiten.

Praktisches Vorgehen

  1. Den Datenstand jeder Kennzahl notieren und mit dem Veröffentlichungsdatum vergleichen.
  2. Prüfen, ob für die eigene Fragestellung Filialen mitzählen sollen. Wer nur Automaten sucht, muss die Filialanteile getrennt betrachten.
  3. Städte und Stadtteile zunächst als relative Rangfolge lesen. Geringe Unterschiede sind bei dieser Datenbasis nur eingeschränkt belastbar.
  4. Für eine Entscheidung einzelne Standorte stichprobenartig prüfen und mit den amtlichen Angaben der jeweiligen Stadt abgleichen.

Was bedeutet die Dichte für die Wohnortwahl?

Die Automatendichte misst die Bargeldversorgung, nicht die Lebensqualität. Der DKB Cash-Index (Stand Januar 2026) zählt Geldautomaten je 10.000 Einwohner: Aachen liegt mit 4,57 an der Spitze der 30 einwohnerstärksten Städte, Duisburg mit 1,43 am unteren Ende. Für die Wohnortwahl ist der Wert ein Kriterium unter mehreren.

Automatendichte neben Miete und Alltag

Die Dichte entfaltet ihren Nutzen erst im Vergleich mit anderen Kriterien. Eine hohe Zahl sagt nichts darüber aus, ob eine Wohnung bezahlbar ist, ob Einkäufe und Ärzte nah liegen oder ob der öffentliche Nahverkehr gut angebunden ist. Ein sinnvolles Vorgehen:

  • Zuerst Miete oder Kaufpreis und die Erreichbarkeit von Arbeitsplatz und Schule filtern.
  • Erst danach die Automatendichte als Zusatzkriterium heranziehen, etwa wenn Bargeld im Alltag eine größere Rolle spielt.
  • Die Dichte nur gewichten, wenn sie für den eigenen Haushalt relevant ist.

Vor-Ort-Prüfung vor dem Umzug

Vor einer Entscheidung empfiehlt sich eine Prüfung der konkreten Adresse:

  1. Die Adresse auf einer Karte öffnen und alle Geldautomaten im fußläufigen Umkreis zählen.
  2. Den Gerätetyp notieren: Bankfiliale, freistehender Automat, Tankstelle oder Poststelle.
  3. Bei der Besichtigung den Weg vom Haus zum nächsten Automaten zu Fuß abgehen.

Grenzen der Dichte als Aussagekraft

  • Die Kennzahl je 10.000 Einwohner berücksichtigt nicht, wie viele Menschen in einer Stadt pendeln oder dort einkaufen.

Häufig gestellte Fragen

Wie verlässlich sind die Zahlen des DKB Cash-Index?

Die Analyse stützt sich auf OpenStreetMap-Daten vom 10. November 2025 und zählt jede Bankfiliale als einen Geldautomaten, dazu freistehende Geräte sowie Automaten an Tankstellen und Poststellen. Die Werte sind eine Annäherung und können von amtlichen Angaben abweichen.

Was bedeutet „je 10.000 Einwohner“ im Ranking?

Die Anzahl der Automaten wird durch die Einwohnerzahl geteilt und auf 10.000 Einwohner hochgerechnet, damit große und kleine Städte vergleichbar sind. Der Abstand zwischen Aachen (4,57) und Duisburg (1,43) beträgt demnach 3,14 Automaten je 10.000 Einwohner.

Sagt das Ranking, ob ich in einer Stadt problemlos Bargeld abheben kann?

Nein. Der Index zeigt nur die Dichte der erfassten Standorte, nicht ob die Geräte funktionieren, zu welchen Zeiten sie erreichbar sind oder welche Gebühren anfallen. Für die Planung im Alltag ist daher zusätzlich relevant, welche Geräte im eigenen Stadtteil tatsächlich vorhanden sind.