Das Durchschnittsalter der Bevölkerung in Deutschland lag 2024 bei 44,9 Jahren. Auf 100 Personen im Alter von 20 bis 64 Jahren kamen im selben Jahr durchschnittlich 38,8 Personen ab 65 Jahren. Diese beiden Bundeswerte bilden den Ausgangspunkt, an dem sich Städte, Gemeinden und Regionen messen lassen.

Wie alt sind die Deutschen im Schnitt?

Die Bevölkerung in Deutschland ist im Durchschnitt 44,9 Jahre alt (Stand 2024). Die Zahl stammt vom Statistischen Bundesamt und wurde am 23.09.2025 von ZDFheute veröffentlicht.

Die zwei Kennzahlen im Überblick

KennzahlBundeswertBezugsjahr
Durchschnittsalter der Bevölkerung44,9 Jahre2024
Altenquotient38,8 Personen ab 65 je 100 Personen im Alter von 20 bis 642024

Definitionen

  • Durchschnittsalter: Das arithmetische Mittel aller Lebensjahre der Einwohner. Man addiert das Alter aller Personen und teilt die Summe durch die Zahl der Einwohner.
  • Altenquotient: Das Verhältnis zwischen Personen ab 65 Jahren und Personen im Alter von 20 bis 64 Jahren, angegeben je 100 Personen der zweiten Gruppe. Ein Wert von 38,8 bedeutet, dass auf 100 Personen zwischen 20 und 64 knapp 39 Personen ab 65 kommen.

Beide Kennzahlen beziehen sich auf die gesamte Bevölkerung. Der Altenquotient berücksichtigt nur die Altersgruppen 20 bis 64 und 65 und nicht die Kinder und Jugendlichen unter 20 Jahren.

Bundeswert als Maßstab nutzen

Um eine Gemeinde oder Region einzuordnen, gehen Sie in dieser Reihenfolge vor:

  1. Prüfen Sie, ob der Gemeindewert ebenfalls aus dem Bezugsjahr 2024 stammt.
  2. Bilden Sie die Differenz zwischen dem Gemeinde-Durchschnittsalter und 44,9 Jahren. Ein positiver Wert zeigt eine ältere, ein negativer Wert eine jüngere Bevölkerung als im Bundesdurchschnitt.
  3. Vergleichen Sie den Altenquotienten der Gemeinde mit 38,8. Ein höherer Wert bedeutet, dass im Verhältnis mehr Personen ab 65 leben.
  4. Lesen Sie beide Differenzen gemeinsam, bevor Sie eine Aussage treffen.

Wie alt sind die Deutschen im Schnitt?

Jüngste und älteste Bundesländer im Vergleich

Die drei Stadtstaaten sind die jüngsten Länder Deutschlands. Hamburg hat ein Durchschnittsalter von 42,2 Jahren, Berlin 42,8 und Bremen 43,1 Jahre. Unter den Flächenländern ist Baden-Württemberg mit 44,0 Jahren das jüngste. Am ältesten sind Sachsen-Anhalt (48,3 Jahre), Mecklenburg-Vorpommern (48,1) und Thüringen (47,9). Grundlage ist ZDFheute mit Daten des Statistischen Bundesamts, Stand 23.09.2025.

RangLandTypDurchschnittsalter (Jahre)
1HamburgStadtstaat42,2
2BerlinStadtstaat42,8
3BremenStadtstaat43,1
4Baden-WürttembergFlächenland (jüngstes)44,0
–ThüringenFlächenland (drittältestes)47,9
6Mecklenburg-VorpommernFlächenland48,1
7Sachsen-AnhaltFlächenland (ältestes)48,3

Stadtstaaten: die jüngste Gruppe

Alle drei Stadtstaaten liegen unter dem Wert von Baden-Württemberg. Der Abstand innerhalb der Gruppe ist gering: Die Werte reichen von 42,2 bis 43,1 Jahre. Die Stadtstaaten bilden damit einen eng geschlossenen jüngeren Block.

Flächenländer: Südwesten vorn, Osten am ältesten

Baden-Württemberg ist das jüngste Flächenland. Die drei ältesten Flächenländer (Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt) liegen alle im Osten Deutschlands und bewegen sich zwischen 47,9 und 48,3 Jahren. Die Spanne zwischen dem jüngsten und dem ältesten Flächenland ist damit deutlich größer als die Streuung innerhalb der Stadtstaaten.

Abstand zwischen den Gruppen prüfen

So lässt sich der Abstand selbst nachvollziehen:

  • Die Durchschnittsalter-Werte je Land nebeneinanderstellen.
  • Die Werte der Stadtstaaten mit denen der ältesten Flächenländer vergleichen.
  • Prüfen, ob die Differenz groß genug ist, um über Rundungen hinaus relevant zu sein.

Mit den Werten der Tabelle ist die Reihenfolge eindeutig: Der älteste Flächenland-Wert liegt klar über dem jüngsten Stadtstaat-Wert.

Welche Gemeinden sind am jüngsten und am ältesten?

Die jüngste Gemeinde Deutschlands liegt in Rheinland-Pfalz und hatte zum Stichtag 31.12.2024 ein Durchschnittsalter von 33,7 Jahren. Die zweitjüngste ist Seeth in Schleswig-Holstein mit 35,1 Jahren. Die älteste Gemeinde ist Welschenbach im Landkreis Mayen-Koblenz, ebenfalls in Rheinland-Pfalz, mit 48 Einwohnern und einem Durchschnittsalter von 63 Jahren.

Die beiden jüngsten Gemeinden

  • Jüngste Gemeinde: Rheinland-Pfalz, Durchschnittsalter 33,7 Jahre, Stichtag 31.12.2024 (Statista, 2025-10-09). Die vorliegenden Daten nennen für diesen Wert nur das Bundesland, keinen Gemeindenamen und keine Einwohnerzahl.
  • Zweitjüngste Gemeinde: Seeth, Schleswig-Holstein, Durchschnittsalter 35,1 Jahre, Stichtag 31.12.2024 (Statista, 2025-10-09).

Zum Vergleich: Das Durchschnittsalter in Deutschland lag 2024 bei 44,9 Jahren. Die jüngste Gemeinde liegt damit 11,2 Jahre darunter, Seeth 9,8 Jahre darunter.

Die älteste Gemeinde

  • Älteste Gemeinde: Welschenbach im Landkreis Mayen-Koblenz, Rheinland-Pfalz
  • Einwohnerzahl: 48
  • Durchschnittsalter: 63 Jahre (ZDFheute, Daten des Statistischen Bundesamts, 2025-09-23)
  • Stichtag: In der Quelle nicht angegeben.

Gegenüber dem Bundesdurchschnitt von 44,9 Jahren liegt Welschenbach 18,1 Jahre darüber. Dieser Abstand ist nur eine Rechnung mit unterschiedlich datierten Werten, weil für Welschenbach kein Stichtag vorliegt.

Beide Extremwerte, die jüngste und die älteste Gemeinde, liegen in Rheinland-Pfalz.

Warum unterscheiden sich Gemeinden so stark?

Das Durchschnittsalter einer Gemeinde hängt unter anderem von Wanderungen (Wegzug und Zuzug), von Geburten und Sterbefällen sowie von der Einwohnerzahl ab. Die folgenden Mechanismen sind typische Erklärungen. Die vorliegenden Quellen belegen sie nicht für einzelne Gemeinden. Abweichungen auf Gemeindeebene erklären sich vor allem durch die folgenden Mechanismen.

Abwanderung junger Erwachsener

Ausbildung und erster Arbeitsplatz führen junge Erwachsene häufig in Städte oder Hochschulorte. Bleiben in einer Region überwiegend ältere Einwohner zurück, steigt der Durchschnitt, auch wenn sich an der Zahl der Geburten wenig ändert. Dieser Effekt ist in ländlichen Gemeinden mit wenigen Ausbildungs- und Arbeitsplätzen oft am stärksten.

Zuzug von Familien ins Umland

Familien mit Kindern ziehen häufig aus Kernstädten in das Umland großer Städte, wo mehr Wohnfläche und Bauland zur Verfügung stehen. Solche Gemeinden verjüngen sich, weil Haushalte mit Kindern das Durchschnittsalter senken. Ob dieser Zuzug stattfindet, hängt stark von Wohnraum ab: Gibt es kein neues Angebot an Häusern und Wohnungen, bleibt der Effekt aus.

Infrastruktur als Standortfaktor

Schulen, Kitas, Ärzte und Verkehrsanbindungen entscheiden mit, ob Familien bleiben oder zuziehen. Fehlt eine dieser Einrichtungen, wandern vor allem jüngere Haushalte ab. Die Infrastruktur wirkt damit indirekt auf den Altersaufbau.

Kleine Einwohnerzahlen verstärken Schwankungen

Bei wenigen Einwohnern wirkt sich jeder einzelne Umzug stark auf den Durchschnitt aus. Wenige Wegzüge oder Zuzüge können den Wert in sehr kleinen Orten deutlich verschieben, während größere Gemeinden stabiler bleiben. Ein direkter Vergleich zwischen sehr kleinen und großen Gemeinden ist daher nur eingeschränkt aussagekräftig.

Warum unterscheiden sich Gemeinden so stark?

Welche Kennzahlen eignen sich für den Vergleich?

Für den Vergleich der Altersstruktur zwischen Gemeinden reicht ein Durchschnittswert nicht aus. Drei Kennzahlen beantworten unterschiedliche Fragen: der Median beschreibt das typische Alter, der Anteil der Einwohner ab 65 Jahren zeigt den Seniorenanteil, und der Altenquotient setzt die Senioren ins Verhältnis zu den 20- bis 64-Jährigen.

Durchschnitt versus Median bei kleinen Gemeinden

Das arithmetische Durchschnittsalter entsteht, wenn alle Altersangaben addiert und durch die Einwohnerzahl geteilt werden. In kleinen Gemeinden verschiebt schon eine einzelne Person den Wert deutlich. Ein Beispiel: Welschenbach im Landkreis Mayen-Koblenz hat 48 Einwohner und ein Durchschnittsalter von 63 Jahren. Ein Zu- oder Wegzug in dieser Größenordnung verändert den Mittelwert spürbar.

Der Median ist der Wert in der Mitte, wenn alle Altersangaben der Größe nach sortiert sind. Extreme Einzelwerte beeinflussen ihn kaum. Bei gerader Einwohnerzahl wird der Mittelwert der beiden mittleren Werte gebildet. Für kleine Gemeinden ist der Median daher die robustere Kennzahl, sofern Einzeldaten oder Altersjahrgänge vorliegen.

Anteil der Einwohner ab 65 Jahren je Gemeinde

Der Anteil wird so berechnet: Personen ab 65 ÷ Gesamtbevölkerung × 100. Das Ergebnis ist ein Prozentwert. Er ist unabhängig von der Gemeindegröße vergleichbar, während absolute Zahlen von Einwohnern nicht vergleichbar sind.

Altenquotient: Verhältnis Senioren zu 20- bis 64-Jährigen

Der Altenquotient gibt an, wie viele Personen ab 65 Jahren auf 100 Personen im Alter von 20 bis 64 Jahren kommen. Die Formel lautet: Personen ab 65 ÷ Personen 20 bis 64 Jahre × 100. Anders als der Anteil bezieht er Kinder und unter 20-Jährige nicht in den Nenner ein.

KennzahlBerechnungAussageSchwäche bei kleinen Gemeinden
Arithmetisches DurchschnittsalterSumme aller Alter ÷ EinwohnerzahlMittlere AltersangabeStark von Einzelpersonen abhängig
MedianMittlerer Wert der sortierten AlterslisteTypisches Alter der MitteBenötigt Einzeldaten oder Altersjahrgänge
Anteil ab 65 JahrenPersonen ab 65 ÷ Gesamtbevölkerung × 100Seniorenanteil in ProzentSagt nichts über die 20- bis 64-Jährigen aus
AltenquotientPersonen ab 65 ÷ Personen 20 bis 64 × 100Senioren je 100 Personen im Alter von 20 bis 64Kinder und Jugendliche bleiben unberücksichtigt

Wo finde ich Daten für meine Gemeinde?

Die Altersstruktur einzelner Gemeinden steht nicht in den bundesweiten oder landesweiten Durchschnittswerten. Diese Werte liefern nur den Rahmen. Für einen Gemeindevergleich braucht man Auszählungen auf Gemeindeebene, und dafür gibt es drei Bezugsquellen mit unterschiedlicher Tiefe.

Bundesebene: Destatis und GENESIS-Online

Das Statistische Bundesamt (Destatis) betreibt die Datenbank GENESIS-Online. Dort lassen sich Tabellen zur Bevölkerung nach Alter und Region abrufen. Die Bundes- und Landesdurchschnitte, die in der Presse erscheinen, stammen laut ZDFheute aus diesen Daten. Für den Gemeindevergleich ist die Datenbank nur dann ergiebig, wenn die gesuchte Gemeinde in der Tabelle mit eigenem Regionalschlüssel auftaucht. Ob und in welcher Tiefe das der Fall ist, muss pro Tabelle geprüft werden.

Landesebene: Statistische Landesämter

Jedes Bundesland hat ein Statistisches Landesamt. Diese Ämter veröffentlichen häufig Gemeindedaten mit einem Regionalfilter, mit dem sich einzelne Kommunen oder Landkreise auswählen lassen. Für die Altersstruktur sind die Filter nach Altersgruppen und Stichtag relevant.

Gemeindeverwaltung: Einwohnermeldeamt anfragen

Wenn das Landesamt eine Gemeinde nicht ausweist, hilft die Verwaltung selbst weiter. Das Einwohnermeldeamt kann Auskunft geben, welche Altersgliederung vorliegt und zu welchem Stichtag sie erhoben wurde. Die Anfrage sollte konkret formuliert sein: Gemeindename, gewünschte Altersgruppen und Stichtag.

EbeneQuelleTypischer ZugangEignung für Gemeindevergleich
BundDestatis, GENESIS-OnlineOnline-DatenbankAbhängig von der Tabelle und dem Regionalschlüssel
LandStatistische LandesämterOnline-Portale mit RegionalfilterGut, wenn Gemeinden einzeln ausgewiesen sind
KommuneEinwohnermeldeamtSchriftliche oder E-Mail-AnfrageDirekt, aber je nach Verwaltung unterschiedlich aufbereitet

Häufig gestellte Fragen

Worin unterscheiden sich Durchschnittsalter und Altenquotient?

Das Durchschnittsalter bildet den Mittelwert aller Einwohner, während der Altenquotient nur Menschen ab 65 Jahren ins Verhältnis zu den 20- bis 64-Jährigen setzt. Kinder und Jugendliche unter 20 Jahren fließen in den Altenquotienten nicht ein.

Welches Bundesland ist am jüngsten, welches am ältesten?

Unter den Stadtstaaten ist Hamburg mit 42,2 Jahren am jüngsten. Unter den Flächenländern hat Baden-Württemberg mit 44,0 Jahren das niedrigste Durchschnittsalter, am höchsten liegt Sachsen-Anhalt mit 48,3 Jahren. Die Daten nennen keine Ursachen für diese Unterschiede.

Sind kleine Gemeinden automatisch die ältesten?

Nicht zwingend. Die älteste Gemeinde Welschenbach im Landkreis Mayen-Koblenz hat 48 Einwohner und ein Durchschnittsalter von 63 Jahren, die jüngste Gemeinde liegt mit 33,7 Jahren ebenfalls in Rheinland-Pfalz. Die Gemeindeebene zeigt damit große Abstände innerhalb eines Bundeslands.